Anleger sparen lieber für den Urlaub als für die private Altersvorsorge

Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Um das Urlaubskonto dafür aufzufüllen, legen viele Sparer Geld auf die Seite. Jeder Zweite (49 Prozent) hat in der Vergangenheit bereits ganz gezielt für eine größere Reise gespart. 23 Prozent legen derzeit monatlich Geld für den Urlaub zurück, ohne eine konkrete Reise gebucht zu haben. Von den Anlegern, die regelmäßig für die freien Tage sparen, stockt mehr als die Hälfte (58 Prozent) die Urlaubskasse um 50 bis 200 Euro im Monat auf. 38 Prozent sparen monatlich sogar mehr als 200 Euro.

Fast ein Drittel (32 Prozent) der Deutschen würde auch auf andere Ersparnisse oder finanzielle Reserven zurückgreifen, um nicht ganz auf den Urlaub verzichten zu müssen. Für 68 Prozent hingegen ist dies keine Option. Der Kreditfinanzierung stehen die meisten Sparer (97 Prozent) ebenfalls skeptisch gegenüber. Lediglich drei Prozent würden sich bei der Bank Geld leihen, um in Urlaub fahren zu können. 

Werden die Anleger vor die Wahl gestellt, für den Urlaub oder die private Altersvorsorge zu sparen, entscheidet sich mehr als die Hälfte (57 Prozent) für den Urlaub und nur 36 Prozent für die Altersvorsorge. Das sind Ergebnisse aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.

„Viele Menschen leben im hier und jetzt. Sie möchten den Augenblick genießen, ohne sich dabei Sorgen über die Zukunft machen zu müssen,“ erklärt Giovanni Gay Geschäftsführer von Union Investment das Verhalten. Allerdings sollten die Sparer die Altersvorsorge nicht ganz aus den Augen verlieren. „Denn nur wer heute schon bereit ist für morgen zu sparen, wird auch seinen aktuellen Lebensstandard im Alter halten können“, empfiehlt er. Dem Großteil der Anleger scheint das durchaus bewusst zu sein: 69 Prozent gehen davon aus, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreichen wird, um ihren derzeitigen Lebensstandard zu sichern.

Die Umfrage zeigt auch, dass die schönsten Wochen im Jahr den Deutschen eine Menge wert sind: Mit Blick auf die Gesamtkosten für den letzten Haupturlaub haben die Befragten im Durchschnitt 2944 Euro bezahlt. Gut jeder Vierte (26 Prozent) war bereit, zwischen 501 und 1500 Euro auszugeben. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) der Sparer hat dagegen zwischen 1501 und 2500 Euro hingelegt. Jeder Zehnte hat sich seinen Urlaub sogar mehr als 5000 Euro kosten lassen. Bei 22 Prozent der Umfrageteilnehmer  beziehen sich die Kosten dabei auf eine Person und bei einem Drittel (34 Prozent) auf zwei Personen. Bei 42 Prozent sind in den Kosten für den letzten Haupturlaub drei Personen oder mehr enthalten. Rechnet man den Betrag zusammen, den deutsche Haushalte im Jahr 2016 für alle Reisen insgesamt bezahlt haben, kommt man im Durchschnitt auf 4307 Euro.

Seit Anfang 2001 ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das zweite Quartal erhob Forsa die Daten vom 2. bis 10. Mai 2017. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.

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