Trotz Niedrigzinsen - Deutsche wollen 2017 mehr sparen

Eigentlich lohnt Sparen angesichts der niedrigen Zinsen nicht mehr. Das scheint die Deutschen aber nicht davon abzuhalten, mit dem Vorsatz, mehr zu Sparen in das neue Jahr zu starten. Zwei Drittel der Befragten (66 %) haben sich vorgenommen aktiv zu werden, um ihre finanzielle Situation zu verbessern. An erster Stelle steht dabei regelmäßiges Sparen (28,9 %). Das nehmen sich gleichermaßen Gutverdienende (33,8 %) sowie Geringverdiener (33 %) vor. Überraschend ist der hohe Anteil der 14- bis 19-Jährigen: Mehr als jeder Zweite von ihnen (55,9 %) hat sich vorgenommen, regelmäßig mehr zu sparen. Das ergab eine repräsentative GfK-Studie im Auftrag des Berliner Fintech-Unternehmens Savedo.

Auch bei der Geldanlage selbst spielen die Zinsen nicht die übergeordnete Rolle: Nur 16 Prozent der Befragten gaben an, nach bessere Sparzinsen suchen zu wollen, etwa für Tagesgeld oder Festgeld. Dabei ist hier das Optimierungspotenzial in der aktuellen Niedrigzinsphase besonders groß, rechnet Savedo-Chef Christian Tiessen vor: „Rund zwei Billionen Euro haben die Deutschen derzeit in Spar- und Termineinlagen angelegt. Würde die Verzinsung nur um 0,1 Prozent verbessert, so wären das zwei Milliarden Euro mehr für die Sparer.“ Überdurchschnittlich oft nahmen sich Rentner, Beamte und Selbstständige vor, bessere Zinsangebote zu suchen. Naheliegende Vermutungen: Während Rentner mehr Zeit haben um zu vergleichen, haben Selbstständige mehr Druck, da sie öfter vorübergehend große Summen parken müssen.

Nur wenige der Befragten (11 %) wollen im nächsten Jahr auf die Börse setzen. Noch weniger (8,8 %) wollen sich intensiv damit beschäftigen, wie sie Steuern sparen oder Förderungen wie zum Beispiel vermögenswirksame Leistungen erzielen können. Abgeschlagen landet auch der Geld-Vorsatz, sich mehr Finanzwissen anzueignen, obwohl damit Fehlberatungen und Fehlentscheidungen vorgebeugt werden könnte (8,3 %).

Sehr deutlich ist hier der Unterschied zwischen Männern und Frauen. Während 11 Prozent der Männer sich eine Finanz-Weiterbildung vorgenommen haben, sind es nur halb so viele Frauen (5,5 %). Generell sind Frauen weniger daran interessiert, die finanzielle Situation zu verbessern: Frauen (40 %) gehen deutlich häufiger ohne Geld-Vorsätze ins neue Jahr als Männer (29 %). Insgesamt gab jeder dritte Befragte (34 %) an, er habe keinerlei Vorsätze rund ums Geld.

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Verlagsprogramm 2016/2017

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Buch-Tipp

Die Ergebnisse des Symposiums 2017 sind hier zusammengefasst und bieten einen Überblick über aktuelle Themen von Bankern und Bankenaufsehern.



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