VR Leasing Gruppe konzentriert Geschäftsmodell

Quelle: VR Leasing Gruppe

Die VR Leasing Gruppe richtet ihre Geschäftstätigkeit vollständig auf die Genossenschaftsbanken aus. Als digitaler Gewerbekundenfinanzierer bietet sie künftig Lösungen für Leasing, Mietkauf und Kredit, digitale Services und intelligente Datenanalysen und trennt sich von verbundfernen Geschäftsfeldern.

Das Transformationsprogramm hat das Eschborner Unternehmen Mitte 2017 gestartet, um sich mit einem klaren und zukünftig nachhaltig ertragreichen Geschäftsmodell zukunftsfest zu machen. Der Aufsichtsrat der VR Leasing AG hat dieser Transformation in seiner Dezember-Sitzung zugestimmt. Demnach wird die VR Leasing Gruppe ihre Geschäftstätigkeit vollständig auf die Genossenschaftsbanken und die Mittelstandsfinanzierung im Kundensegment Geschäfts- und Gewerbekunden sowie unterer Mittelstand konzentrieren. Im Fokus dieser Aktivität steht die konsequente Weiterentwicklung von einfachen, automatisierten Finanzierungslösungen. Damit möchte sie den Volksbanken Raiffeisenbanken Lösungen an die Hand geben, die sie bestmöglich in einer zielgerichtete Kundenansprache und im heute so bedeutenden Omnikanal-Vertrieb unterstützen. Aktuelle Beispiele dafür sind die Onlinebestellstrecke, bei der Kunden der Volksbanken Raiffeisenbanken einen Unternehmerkredit bis 60 000 Euro komplett online abschließen können, sowie eine webbasierte Buchhaltungssoftware für Unternehmer. Weitere Entwicklungen sind bereits in Planung, wie beispielsweise die Einführung einer neuen Objektfinanzierung in Echtzeit bis 200 000 Euro.

Entscheidungen zu den anderen Geschäftsfeldern

Im Finanzierungsgeschäft für Einzelobjekte über 750 000 Euro (sogenanntes Individualgeschäft) ist das Ziel, den Bedarf der Genossenschaftsbanken für Leasing und Mietkauf künftig besser zu decken. Dafür wurde bereits eine Absichtserklärung mit einem Kooperationspartner unterzeichnet, der diesem Bedarf nachkommen soll.

Das Factoring-Geschäft, das bislang in der Unternehmenstochter VR Factorem GmbH eingebunden ist, soll perspektivisch an die DZ Bank gehen. Die genaue Ausgestaltung und Umsetzung wird erarbeitet. Das Geschäftssegment soll insbesondere mit Blick auf das Produktangebot gestärkt und damit auch für größere, umsatzstärkere Kunden erschlossen werden.

Von den Geschäftsfeldern außerhalb des Bankenvertriebs – Zentralregulierung und die Tochter BFL Leasing GmbH – wird sich die VR Leasing Gruppe aufgrund des fehlenden Verbundbezugs trennen und in entsprechende Verkaufsverhandlungen gehen.

Unternehmensstrategische Auswirkungen

Die unternehmensstrategische Veränderung der VR Leasing Gruppe, insbesondere die Trennung von Geschäftsfeldern, wird auch die aktuelle Aufstellung der Belegschaft beeinflussen und mit einer Mitarbeiterreduktion einhergehen. Das Unternehmen geht davon aus, bis zum Jahr 2022 noch circa 400 Mitarbeiterkapazitäten zu haben. Gemeinsam mit den Betriebsräten des Unternehmens werden faire und sozialverträgliche Lösungen erarbeitet. Ziel ist es, so viele zukunftsfähige Arbeitsplätze wie möglich zu sichern, was auch elementarer Bestandteil in den Verhandlungen mit potenziellen Käufern von Geschäftsfeldern ist.

Aktuelle vertriebliche Entwicklung

Aufgrund entsprechender Rückstellungen für die anstehende Transformation rechnet die VR Leasing Gruppe für 2017 mit einem negativen Jahresergebnis. Wobei die Unternehmensgruppe auf ein sonst erfolgreiches vertriebliches Jahr zurückblickt: So wurde die Anzahl neu geschlossener Verträge mit den Genossenschaftsbanken per November verglichen zum Vorjahr um 24 Prozent gesteigert. Wesentlicher Treiber dafür ist das provisionsstarke Online-Geschäft – was zeigt, dass die VR Leasing Gruppe mit ihrem strategischen Unternehmensfokus dem wachsenden Bedarf an einfachen und flexiblen Finanzierungsmöglichkeiten gerecht wird.

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