Alterssicherungsbericht: Für jeden dritten Arbeitnehmer ist die GRV die einzige Altersvorsorge

Hubertus Heil; Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Das Bundeskabinett hat den Rentenversicherungsbericht 2020 (hier einsehbar) und den Alterssicherungsbericht 2020 (hier einsehbar) beschlossen. Der Alterssicherungsbericht ergänzt einmal pro Legislaturperiode den jährlichen Rentenversicherungsbericht, der über die Finanzentwicklung in der gesetzlichen Rentenversicherung in den kommenden Jahren informiert. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zieht ein positives Fazit: „Der Alterssicherungsbericht 2020 zeigt, dass die positive Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre auch bei der älteren Bevölkerung angekommen ist. Im Durchschnitt sind die Haushaltsnettoeinkommen der Älteren von 2015 bis 2019 um 14 Prozent gestiegen und damit deutlich stärker als die Preise mit 5 Prozent. Für die künftige Entwicklung gibt der Rentenversicherungsbericht Orientierung: Die Rentenfinanzen sind trotz der aktuellen wirtschaftlichen Folgen der COVID-19 Pandemie gut aufgestellt. Eine wichtige Rolle spielen hierbei unsere Regelungen zur Kurzarbeit und dass auf Kurzarbeitergeld auch Beiträge zur Rente gezahlt werden. Der Beitragssatz bleibt im Jahr 2021 unverändert bei 18,6 Prozent. Außerdem sorgt die Rentengarantie bei der Rentenanpassung zum 1. Juli 2021 dafür, dass die Renten trotz aktuell sinkender Löhne nicht gekürzt werden.“

Dem Alterssicherungsbericht 2020 zufolge beziehen in Deutschland beziehen 89 Prozent der 65-Jährigen und Älteren eine eigene Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. In den alten Ländern sind es 87 Prozent und in den neuen Ländern 97 Prozent. Die Haushaltsnettoeinkommen aller Ehepaare und Alleinstehenden im Alter ab 65 Jahren sind von 2015 bis 2019 mit 14 Prozent deutlich stärker gestiegen als die Preise für die Lebenshaltung (5,3 Prozent). Damit entspreche der reale Einkommenszuwachs in etwa dem in der Gesamtbevölkerung.

Ehepaare erreichen in Deutschland ein durchschnittliches Netto-Gesamteinkommen aus Alterssicherungsleistungen und zusätzlichen Einkommen in Höhe von 2 907 Euro im Monat. Unter den alleinstehenden 65-Jährigen und Älteren beziehen Männer im Durchschnitt ein Gesamteinkommen von 1 816 Euro. Bei Frauen sind es 1 607 Euro.

In der betrieblichen Altersvorsorge ist die Zahl der aktiven Anwartschaften bis Ende 2019 in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst auf 21 Millionen gestiegen. Knapp 54 Prozent der Arbeitnehmer verfügen über eine betriebliche Altersvorsorge. bAV und Riester zusammengenommen, verfügen insgesamt rund 66 Prozent der Beschäftigten über eine zusätzliche Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rente. Allerdings zeigt sich auch, dass gut die Hälfte der Geringverdiener bisher nicht zusätzlich für das Alter vorsorgt.

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