Deutsche Familienversicherung: Im Vorjahresvergleich fehlen 10 000 Auslandsreisekrankenversicherungsverträge

Das Neugeschäft der DFV Deutsche Familienversicherung AG (DFV) entspricht in den ersten neun Monaten 2020 mit einem Prämienvolumen von 22,3 Millionen Euro dem Plan. Aufgrund des durch die Pandemie bedingten starken Rückgangs in der Auslandskrankenversicherung fiel die Anzahl der bis Ende September akquirierten Verträge mit 67 285 etwas geringer aus als geplant. Im Vorjahresvergleich fehlen fast 10.000 Auslandskrankenversicherungsverträge. Dagegen wurde im Zuge der Diversifizierung des Produktportfolios der Anteil an Sachversicherungen am neu generierten Beitragsvolumen um 16,5 Prozentpunkte auf 23,4 Prozent gesteigert (9 Monate 2019: 6,9 Prozent).

Der Gesamtversicherungsbestand stieg zum 30. September 2020 um 6,6 Prozent auf rund 548 000 Verträge (31. Dezember 2019: 514 000 Verträge). Darin enthalten sind rund 37 919 Verträge aus dem nicht mehr zum Kerngeschäft der DFV gehörenden Elektronikversicherungsgeschäft, ein Bestand, der sich in der Abwicklung befindet. Ohne Berücksichtigung dieser technischen Versicherungen wuchs der Vertragsbestand im Kerngeschäft in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres um rund 8,6 Prozent.

Die Bestandsbeiträge erhöhten sich zum 30. September 2020 um 18,9 Prozent auf 120,3 Millionen Euro (31. Dezember 2019: 101,2 Millionen Euro) bzw. sogar um 25,6 Prozent im Vergleich zum 30. September 2019 mit 95,8 Millionen Euro.

Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen in den ersten neun Monaten um 27,1 Prozent auf 83,5 Millionen Euro (9M 2019: 65,7 Millionen Euro). Hier zeigt sich sowohl der starke Zuwachs im Krankenversicherungszusatzgeschäft mit einem Plus von 26,3 Prozent auf 77,4 Millionen Euro als auch im Sachversicherungsgeschäft mit einem Anstieg um 37,4 Prozent auf 6,1 Millionen Euro.

Die Vertriebskosten betrugen in den ersten neun Monaten 24,3 Millionen Euro und entsprachen somit nahezu dem Vorjahr (9M 2019: 24,6 Millionen Euro). Die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) blieb im Berichtszeitraum mit 106,0 Prozent auf Vorjahresniveau (9M 2019: 105,7 Prozent, Gesamtjahr 2019: 102,6 Prozent). Die Schadenquote ist mit 61,2 Prozent stabil und weiterhin unterdurchschnittlich (9M 2019: 61,2 Prozent, Gesamtjahr 2019: 60,5 Prozent). An der Ziel-Combined-Ratio von unter 100 Prozent und damit der perspektivischen Profitabilität hält das Unternehmen weiterhin fest.

Das Konzern-EBIT verringerte sich in den ersten neun Monaten entsprechend wie erwartet auf -6,9 Millionen Euro (9M 2019: -3,3 Millionen Euro). Wesentlicher Treiber der Ergebnisentwicklung sind die Fortschreibung der Vertriebsausgaben, das Covid-19-bedingt schlechtere Kapitalanlageergebnis mit einem Rückgang von 3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr und höhere interne Kosten.

Das Ergebnis nach Steuern bezifferte sich auf -4,7 Millionen Euro (9M 2019: -2,9 Millionen Euro). Das versicherungstechnische Ergebnis (HGB) sank auf -5,5 Millionen Euro (9M 2019: -2,3 Millionen Euro).

Der Ausblick der DFV für das Jahr 2020 bleibt nach der sehr guten Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten unverändert: Das Unternehmen will im Jahr 2020 das Bestandsvolumen auf über 125 Millionen Euro steigern und so eine Erhöhung der gebuchten Bruttobeiträge um mindestens 25 Prozent erreichen. Die DFV rechnet weiterhin aufgrund der hohen Wachstumsinvestitionen mit dem geplanten operativen Verlust (EBIT) zwischen 9 bis 11 Millionen Euro.

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