BVI: Rekordvermögen in der Investmentbranche

Der BVI vermeldet in der Jahrespressekonferenz am 11. Februar 2020 rundum positive Zahlen. Ende 2019 waren über die gesamte Branche verteilt 3 398 Milliarden Euro in Fonds investiert. Hiervon entfallen 1 875 Milliarden Euro auf offene Spezialfonds und 1 116 in offene Publikumsfonds. So hat sich das Gesamtvermögen der deutschen Investment- und Assetbranche von 1 706 Milliarden Euro seit Ende 2009 fast verdoppelt.

 BVI

2019 betrug der Zufluss bei offenen Investmentfonds 120,2 Milliarden Euro. Den Großteil machen dabei mit 102,7 Milliarden Euro offene Spezialfonds aus. Nach dem Rekordjahr 2015, in welchem ihnen 121 Milliarden Euro zuflossen, ist 2019 das beste Absatzjahr. Offene Publikumsfonds erzielten 17,5 Milliarden Euro. In geschlossene Fonds wurden 2019 4,3 Milliarden Euro neu investiert.

Führend bei der Absatzliste der offenen Publikumsfonds sind Immobilienfonds mit 10,7 Milliarden Euro. Darauf folgen Mischfonds mit 10,5 Milliarden Euro. Nachhaltige Fonds erfuhren 2019 eine starke Nachfrage. Mit 7 Milliarden Euro machen Zuflüsse in diese bei offenen Publikumsfonds 40 Prozent des Neugeschäftes aus.

Wichtiger Treiber der Investition in offene Spezialfonds, deren Vermögen sich von 729 Milliarden Euro Ende 2009 auf 1 875 Milliarden Euro verdoppelt hat, ist Altersvorsorge durch Versicherer und Altersvorsorgeeinrichtungen. Sie stellen mit 1 159 Milliarden Euro 62 Prozent des Vermögens.

Diese beiden Punkte - Altersvorsorge und Nachhaltigkeit - sind 2020 zentrale Themen der Verbandsarbeit des BVI. So spricht sich der Verband gegen eine Einführung eines Staatsfonds zur Altersvorsorge aus und fordert mit einem Fünf-Punkte-Plan die Reform der Riester Rente. Da 2019 44 Prozent der Förderberechtigten einen Riester-Vertrag hatten, sieht der BVI das Modell als Erfolg an und möchte mit der Reform eine Vereinfachung der Riester-Rente durch beispielsweise die Einführung von Standardprodukten ohne komplizierte Wahlmöglichkeiten, leicht verständliche Förderung oder die Öffnung der geförderten privaten Atersvorsorge auch für Selbstständige erwirken.

In der Nachhaltigkeit folgt die Branche einerseits der gestiegenen Nachfrage bei institutionellen sowie Privatanlegern und möchte andererseits durch Selbstverpflichtung einen Beitrag leisten. Seitens der EU wurde mit der sogenannten Taxonomie ein Anfang in der Maßgabe für Nachhaltigkeit im Finanzsektor gegeben. Diese begrenzt sich jedoch lediglich auf die Dimension der Umwelt der ESG-Kriterien. Hierbei auch nur auf zwei der sechs Umweltziele. Der BVI begrüßt, dass die Taxonomie bei der Anlagestrategie für nachhaltige Fonds freiwillig ist.

Weiterhin erhofft sich der BVI durch die Neubesetzung der EU-Kommission eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Investmentbranche. Bisher waren die Rahmenbedingungen des Marktes in der EU auf Stabilität, Effektivität, Transparenz und Verbraucherschutz ausgerichtet, was zu einer Überregulierung geführt habe.

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