Aengevelt-Umfrage: auch Wohnungswirtschaft spürt Corona-Krise

Bürokomplex „Jagdschänkenstraße 52“ in Chemnitz-Siegmar
Quelle: Aengevelt

Bereits zu Beginn der Corona-Krise hat sich gezeigt, dass im Bereich der Anlageimmobilien die einzelnen Asset-Klassen unterschiedlich stark betroffen sein werden. Als weitgehend robust und krisenresistent wird dabei das Wohninvestmentsegment eingeschätzt. Denn angesichts weiter steigender Bevölkerung und Haushaltszahlen bleibt die Nachfrage nach bezahlbaren Mietwohnungen hoch und damit die Nachfrage nach Wohninvestments.

Aengevelt wollte es genauer wissen und hat Experten aus allen Bereichen der Wohnungswirtschaft nach den Auswirkungen auf ihr Unternehmen befragt. Das Ergebnis: Große Teile der Befragungsteilnehmer erwarten durchaus markante wirtschaftliche Einbußen, die nicht kurzfristig kompensiert werden können, allerdings ohne größere strukturelle Auswirkungen auf ihr Unternehmen.

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Unter der Fragestellung „Wie schätzen Sie den Einfluss der Corona-Krise auf Ihr Unternehmen ein?“ konnten die Teilnehmer aus einem Spektrum möglicher Auswirkungen für ihr Unternehmen wählen, wobei Mehrfachantworten möglich waren.

Dazu zählten:

- Verlangsamung der Umsatzdynamik
- Forderungsausfälle
- Reduzierung des Neugeschäfts
- Erhöhter Kostenaufwand durch bislang nicht kalkulierte Restart-Investitionen
- Verlust von Stammkunden
- Personalabbau

Wenig überraschend: Mit 60 Prozent gehen die meisten von einer abgeschwächten Umsatzdynamik aus. Gleichzeitig rechnet indessen auch mehr als die Hälfte der Befragungsteilnehmer (52 Prozent) mit Forderungsausfällen und 50 Prozent mit einer Reduzierung des Neugeschäfts.

Ungeachtet dieser pessimistischen Einschätzung hinsichtlich der Geschäftsentwicklung gehen nur 4 Prozent von einem Personalabbau in ihrem Unternehmen aus. Genauso klein (4 Prozent) ist der Anteil der Teilnehmer, die mit einem Verlust von Stammkunden rechnen. Zudem glaubt der Großteil, nach der Krise ohne erhöhten Kostenaufwand wieder zum “Normalgeschäft“ zurückkehren zu können: Lediglich 18 Prozent erwarten einen erhöhten Kostenaufwand durch bislang nicht kalkulierte Restart-Investitionen.

In einer weiteren Frage ging es um die Einschätzung, bis wann Corona-bedingte Verluste kompensiert werden können. Klares Ergebnis: 71 Prozent aller Befragungsteilnehmer gehen davon aus, dass es länger als 12 Monate dauern wird, bis diese Verluste kompensiert sind. 17 Prozent rechnen damit, dass es zwischen 6 und 12 Monaten dauern wird und nur 12 Prozent gehen davon aus, dies in weniger als 6 Monaten zu schaffen.

Damit zeigt die Aengevelt-Umfrage, dass sich auch die Wohnungswirtschaft nicht der Corona-Krise entziehen kann und hier mit zum Teil deutlichen Geschäftseinbußen zu rechnen ist. Erfreulich ist indessen, dass - im Gegensatz zu anderen Branchen wie z.B. Airlines, Hotels, Einzelhandel - kaum jemand einen markanten Personalabbau erwartet. Das ist gut, denn Unternehmen können nur dann zur betrieblichen Normalität zurückkehren, wenn es zuvor keinen “Kahlschlag“ beim qualifizierten Fachpersonal gab.

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