BFW-Präsident Ibel: „Wir brauchen mehr Pragmatismus statt Ideologie“

Andreas Ibel, Präsident, Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Berlin

Quelle: BFW

„Der neuesten Baugenehmigungszahlen zeigen: Die Schlangen bei den Wohnungsbesichtigungen werden auch in Zukunft nicht kürzer. Ein Ende der Wohnungsknappheit ist nicht absehbar", kommentiert BFW-Präsident Andreas Ibel die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Baugenehmigungszahlen 2018.

Im vergangenen Jahr sanken die Baugenehmigungszahlen um 0,2% auf 347.300 Wohnungen. Die Zahl der Neubauwohnungen in Wohngebäuden stieg um 4,7% auf 302.800 Neubauwohnungen in Wohngebäuden. „Diese Zahl kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir vom eigentlichen Neubaubedarf von jährlich mindestens 350.000 Wohnungen meilenweit entfernt sind. Denn nicht jede genehmigte Wohnung kann auch gebaut werden“, so Ibel. Baufertigstellungszahler sind demnach ein wesentlich aussagekräftigerer Indikator als Baugenehmigungszahlen. Im Jahr 2017 lag die Zahl der fertiggestellten Wohnungen bei 285.000. Die bislang unveröffentlichten Zahlen für 2018 -  so ist schon jetzt absehbar - liegen nur wenig darüber.

„Bei den derzeitigen Rahmenbedingungen sind die Handlungsspielräume  von Bauherren und Investoren ausgeschöpft“, sagte Ibel. „Bauland ist in den Ballungsgebieten kaum noch erhältlich, Konzeptvergaben werden nach wie vor Höchstpreisen vergeben. Zudem wird den Immobilienunternehmen durch fehlendes Baurecht, langwierige Genehmigungsverfahren und die steigende Vorschriftenflut jene Planungssicherheit genommen, die sie für mehr Investitionen in den Neubau brauchen.“

„Was für eine Trendwende bei den Baugenehmigungen nötig ist, ist der gemeinsame politische Wille für mehr Neubau – und zwar bei Bund, Ländern und Kommunen“, forderte Ibel. „Hierzu brauchen wir mehr "Miteinander statt Gegeneinander", mehr Fokus auf Neubau statt auf das Mietrecht, und mehr Pragmatismus statt Ideologie. Nur wenn alle Akteure bei der Umsetzung dieser Maßnahmen an einem Strang ziehen, können wir diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe stemmen!“

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