Neubau zieht an – GroKo-Zielmarke aber unrealistisch

Axel Gedaschko, Quelle: GdW, Foto: Nils Hasenau

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 306 376 Wohnungen fertiggestellt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 4,6  Prozent oder 13 374 mehr als im Vorjahr. Der im Jahr 2011 begonnene Anstieg setzte sich somit weiter fort. Eine höhere Zahl an fertiggestellten Wohnungen hatte es zuletzt im Jahr 2001 gegeben (326 187). Das große Ziel der GroKo, die Marke von 1,5 Millionen neuen Wohnungen bis zum Ende der Legislaturperiode, wird damit aber trotzdem verfehlt werden, schließlich entspräche dies etwa 375 000 neue Wohnungen pro Jahr.

GdW-Präsident Axel Gedaschko, fand dennoch überwiegend lobende Worte: „Der Aufwärts-Trend bei den Baufertigstellungen ist sehr positiv. Jetzt ist eine weitere langfristige Verstetigung dieser erfreulichen Zahl auf einem noch etwas gesteigerten Niveau erforderlich, damit es auch zu einer echten Entspannung der Lage für die Wohnungssuchenden und Mieter in den angespannten Wohnungsmärkten der Großstädte kommt.“

Zunehmende Konkurrenz um Handwerker-Kapazitäten und Baustoffe zwischen dringend benötigter energetischer Sanierung und Neubau machten dies aber immer schwerer. Zudem sieht der GdW die weiter steigenden Grundstückskosten und Diskrepanz zwischen Einkommensentwicklung und Baukostenentwicklung mit Sorge. Als Beleg dafür zieht der GdW den Bauüberhang von genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen heran: Dieser stieg trotz der erfreulichen Baufertigstellungen 2020 weiter an und liegt jetzt bei rund 780 000 Wohnungen. „Man muss leider konstatieren, dass die Frage der Kapazitäten das Nadelöhr bleibt. Wir setzen für die Ausweitung der Baukapazitäten daher sehr klar auf die maschinell unterstützte, serielle Fertigung. Sie erfolgt ganzjährig, auch im Winter witterungsunabhängig und in sehr hoher Qualität“, so Gedaschko.

Gleiches gelte bei den fehlenden Kapazitäten für die serielle Sanierung: Die Handwerkerkapazitäten lassen sich laut GdW längst nicht so schnell aufbauen, wie der Bedarf steigt. Hier müsse zudem deutlich darauf hingewiesen werden, dass die EU Renovation Wave demnächst in ganz Europa große zusätzliche Handwerkerkapazitäten notwendig mache.

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