Deutsche Bank steigt aus „braunen“ Finanzierungen aus

Quelle: Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat eine neue Richtlinie zu fossilen Brennstoffen verabschiedet, die den Geschäftsbereichen einen engen Rahmen für Geschäfte im Bereich Kohle, Öl und Gas setzt. So wird die Bank ihr Engagement im Bereich des Kohleabbaus weltweit bis spätestens 2025 beenden, um den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft weiter voranzutreiben. Dies umfasst sowohl Finanzierungen als auch Kapitalmarkt-Transaktionen. Ihr bisheriges Dreijahresziel, das Kreditportfolio für Kohlekraftwerke um 20 Prozent zu senken, hatte die Bank Ende 2019 erreicht.

Die Deutsche Bank hat zudem die sogenannten Äquator-Prinzipien unterzeichnet. Diese Prinzipien enthalten Vorgaben für eine sorgfältige Umwelt- und Sozialprüfung (Due Diligence) bei Projektfinanzierungen. Sie stellen sicher, dass die Projekte gemäß robuster Umwelt- und Sozialstandards entwickelt werden. Bislang entsprach der Prüfprozess der Bank für solche Finanzierungen in den meisten Bereichen den Äquator-Prinzipien bereits indirekt – über die Leistungsstandards der International Finance Cooperation (IFC) der Weltbank-Gruppe.

Sowohl die erweiterte Richtlinie zu fossilen Brennstoffen als auch die Unterzeichnung der Äquator-Prinzipien sind zwei Bestandteile in der Nachhaltigkeitsstrategie der Deutschen Bank. Im Mai dieses Jahres hatte sie ihre Nachhaltigkeitsziele veröffentlicht und im Juni ihre erste eigene grüne Anleihe ausgegeben.

„Die neue Richtlinie zu fossilen Brennstoffen setzt einen engen Rahmen für unser Engagement im Öl-, Gas- und Kohlesektor“, sagt Vorstandsvorsitzender Christian Sewing, der auch dem Nachhaltigkeitsrat der Deutschen Bank vorsitzt. „Die Richtlinie ist so gestaltet, dass sie ehrgeizige Ziele setzt und wir gleichzeitig unsere langjährigen Kunden bei ihrer Transformation begleiten können. Damit werden wir unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten und das Ziel der EU unterstützen, bis 2050 CO2-neutral zu wirtschaften.“

Die Richtlinie wird dabei helfen, die Klima-Selbstverpflichtung der deutschen Finanzbranche zu erfüllen, die die Deutsche Bank Ende Juni dieses Jahres unterschrieben hat. Damit versichert die Bank, dass sie ihre Kreditportfolien im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens ausrichten wird. Dazu gehört es, bis Ende 2022 die Methoden zur Messung der Klimaauswirkungen des Geschäfts einzuführen und im Einklang mit den nationalen und internationalen Klimazielen zu steuern.

Neben den neuen Regelungen für Geschäfte im Kohleabbau hat sich die Deutsche Bank auch im Bereich Kohlestrom, Öl und Gas einen strengen Rahmen gesetzt und bestehende Ziele verschärft:

Die Deutsche Bank bekräftigt ihre Verpflichtung, keine neuen Kohlekraftwerke zu finanzieren. Im Bereich Kohleverstromung enthält die Richtlinie auch neue Vorgaben für Geschäfte mit Energieunternehmen, die gemessen an der vorhandenen Energieerzeugungskapazität oder der tatsächlichen Energieerzeugung zu mehr als 50 Prozent von Kohle abhängig sind. Die Bank wird diesen Unternehmen nur noch dann Finanzdienstleistungen anbieten, wenn glaubwürdige Diversifizierungspläne vorliegen. Die einschlägige Prüfung von Kundenbeziehungen findet in Europa und den USA bis Ende 2020 statt. In Asien wird die Prüfung 2022 starten. Damit berücksichtigt die Bank, dass die Transformation in Asien aufgrund der hohen Abhängigkeit von Kohleverstromung länger dauern wird.

Neue Grenzen bei Finanzdienstleistungen für die Öl- und Gasbranche In der Öl- und Gasbranche wird die Deutsche Bank zukünftig folgende Projekte nicht mehr finanzieren:

  • Öl- und Gasprojekte durch das sogenannte Fracking in Ländern mit extremer Wasserknappheit,
  • neue Öl- und Gas-Projekte in der Arktis und
  • neue Ölsand-Projekte, von Exploration, Produktion, Transport bis zu Verarbeitung.

Zusätzlich wird die Bank ihr gesamtes bestehendes Engagement in der Öl- und Gasbranche bis Ende 2020 weltweit systematisch überprüfen und anschließend Obergrenzen für das Gesamtengagement in den kommenden Jahren setzen.

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