Sixt Leasing SE Covid-19 hinterlässt deutliche Bremsspuren

Quelle: Sixt Leasing

Die Sixt Leasing SE hat sich in den ersten neun Monaten 2020, basierend auf der am 21. Oktober 2020 veröffentlichten Prognose, insgesamt im Rahmen der Erwartungen entwickelt. Bei einem leichten Rückgang des Konzernvertragsbestands im Zeitraum von Ende Dezember 2019 bis Ende September 2020 verzeichnete auch der operative Konzernumsatz einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) lag sehr deutlich unter Vorjahresniveau. Im dritten Quartal wurde die Geschäftsentwicklung insbesondere durch die unter den Erwartungen gebliebene Erholung der gesamtwirtschaftlichen Lage beeinträchtigt.

In den ersten neun Monaten 2020 wurde insbesondere die Erweiterung des digitalen Produkt- und Serviceportfolios weiter vorangetrieben. Im Geschäftsfeld Online Retail startete Sixt Leasing über seine Online-Plattform sixt-neuwagen.de eine Vertriebskooperation mit Payback zur Vermarktung eines Kia Stonic „Vision“ an Privatkunden. Im Geschäftsbereich Flottenmanagement wurde die Smartphone-App „The Companion“ für Fuhrparkkunden weiterentwickelt und unter anderem mit der digitalen Bezahlfunktion „Shell Payment@Pump“ ausgestattet. Darüber hinaus konnten mit Christian Braumiller und Michael Poglitsch zwei neue Geschäftsführer der Sixt Mobility Consulting GmbH gewonnen werden. Im Geschäftsfeld Flottenleasing baute Sixt Leasing seine Kooperation mit der BSH Hausgeräte GmbH im Bereich der Elektromobilität aus.

Der Vertragsbestand im Online Retail fiel im Zeitraum von Ende Dezember 2019 bis Ende September 2020 um 9,9 Prozent auf 40 000 Verträge, insbesondere belastet durch geringere Neubestellungen aufgrund der ökonomischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie weitere Fahrzeugrückläufer aus der im Geschäftsjahr 2017 durchgeführten 1&1-Kampagne. Der Vertragsbestand im Flottenleasing verzeichnete einen Rückgang um 3,7 Prozent auf 38 900 Verträge. In beiden Geschäftsfeldern verbesserte sich die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal 2020 nicht so wie geplant, was insbesondere auf die hinter den Erwartungen gebliebene Erholung der gesamtwirtschaftlichen Lage sowie die fortdauernde Covid-19-Situation zurückzuführen ist. Im Flottenmanagement stieg der Vertragsbestand in den ersten neun Monaten 2020 um 3,0 Prozent auf 53 000 Verträge.

Insgesamt sank der Konzernvertragsbestand im In- und Ausland (ohne Franchise- und Kooperationspartner) im Zeitraum von Ende Dezember bis Ende September um 3,2 Prozent auf 131 900 Verträge. Im Vergleich zum 30. September 2019 verbuchte er einen Anstieg von 3,7 Prozent.

Der Konzernumsatz in den ersten drei Quartalen 2020 sank im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 10,7 Prozent auf 565,3 Millionen Euro. Der operative Konzernumsatz, in dem die Erlöse aus Fahrzeugverkäufen nicht enthalten sind, ging im selben Zeitraum um 8,6 Prozent auf 319,9 Millionen Euro zurück. Einen großen Einfluss auf den Rückgang des operativen Umsatzes hatte der durch die Covid-19-Pandemie verursachte „Lockdown“ im zweiten Quartal 2020, der unter anderem zu einer signifikant reduzierten Fahrzeugnutzung führte und damit insbesondere einen Rückgang der nutzungsbezogenen Erlöse, wie zum Beispiel Treibstofferlöse, verursachte. Weiterhin ist im dritten Quartal 2020, das heißt nach dem Lockdown im zweiten Quartal 2020, insbesondere der Anstieg der Fahrzeugnutzung nicht wie erwartet eingetreten. Die Verkaufserlöse aus dem Verkauf von Leasingrückläufern und der Vermarktung von Kundenfahrzeugen im Flottenmanagement sanken in den ersten drei Quartalen 2020 um 13,3 Prozent auf 245,4 Millionen Euro. Dieser Rückgang resultiert zum einem aus dem sehr starken ersten Quartal des Vorjahres mit einer sehr hohen Zahl an verkauften Leasingrückläufern im Geschäftsfeld Online Retail und zum anderen aus den Einschränkungen des stationären Kraftfahrzeughandels während des ersten Halbjahres 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie.

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel in den ersten drei Quartalen 2020 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 7,6 Prozent auf 158,6 Millionen Euro. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) verbuchte im selben Zeitraum aufgrund verschiedener Sondereffekte einen Rückgang von 76,0 Prozent auf 5,2 Millionen Euro. Die operative Umsatzrendite (EBT/operativer Umsatz) lag infolgedessen bei 1,6 Prozent (9 Monate 2019: 6,2 Prozent). Der Konzernüberschuss nahm im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 78,7 Prozent auf 3,4 Millionen Euro ab.

Das niedrigere EBT liegt im Rahmen der angepassten Erwartungen vom 20. Juli 2020 und ist unter anderem zurückzuführen auf den beschriebenen Volumeneffekt im Vermarktungsbereich, temporäre vertriebliche Unterstützungsmaßnahmen, gestiegene Marketingaufwendungen zu Jahresbeginn, transaktionsbedingte Kosten im Zusammenhang mit dem im Juli 2020 erfolgten Vollzug des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots der Hyundai Capital Bank Europe GmbH (HCBE) sowie zusätzlichen Risikovorsorgebedarf bei den Restwerten im ersten Halbjahr 2020 in Höhe eines mittleren einstelligen Millioneneurobetrags. Das um einmalige und außerordentliche Effekte bereinigte EBT belief sich auf 15,1 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen 2020.

Wie der Vorstand der Sixt Leasing SE am 21. Oktober 2020 mitgeteilt hat, ist die am 20. März 2020 kommunizierte Erwartung für das Geschäftsjahr 2020 von einem leichten Anstieg des Konzernvertragsbestands gegenüber dem Vorjahr und einem operativen Konzernumsatz in etwa auf Vorjahresniveau voraussichtlich nicht realisierbar. Grund hierfür ist die schwächer als erwartete Geschäftsentwicklung im dritten Quartal 2020 sowie die Aussicht auf eine fortdauernde oder sich sogar verschärfende COVID-19-Situation im vierten Quartal 2020. Der Vorstand geht für das laufende Geschäftsjahr davon aus, dass sich der Konzernvertragsbestand und der operative Konzernumsatz voraussichtlich jeweils deutlich unterhalb des entsprechenden Vorjahreswerts bewegen werden. Auch die am 20. Juli 2020 angepasste Ergebnisprognose, der zufolge die ursprünglich kommunizierte Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2020  von einem Wert sehr deutlich unter Vorjahresniveau ausging, wird nach Einschätzung des Vorstands nicht realisiert werden können.

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