BF.Quartalsbarometer Q2 2019: Stimmung der deutschen Immobilienfinanzierer bleibt nahe am Allzeit-Tiefstwert

Manuel Köppel, Vorstand, BF.direkt AG
Quelle: BF.direkt AG

Die Stimmung unter den deutschen Immobilienfinanzierern hat sich im zweiten Quartal 20196 leicht verbessert, bleibt jedoch schlecht. Das BF.Quartalsbarometer der BF direkt AG steigt im zweiten Quartal 2019 leicht auf minus 3,40 Punkte (plus 0,48 Punkte gegenüber dem vorherigen Quartal) und verharrt damit nahe am Allzeit-Tiefstwert des Vorquartals. Für die leichte Erholung sind mehrere Faktoren ausschlaggebend. Die Umfrageteilnehmer schätzen die allgemeine Lage am Finanzierungsmarkt, die Entwicklung des Neugeschäfts sowie die Liquiditätskosten leicht positiver ein als im Vorquartal. Die leichte Erholung spiegelt damit wider, dass die lange schwelenden Zinsängste nach der EZB-Ankündigung, dass 2019 keine  Zinswende erfolgen soll, passé sind, so Prof. Dr. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS und wissenschaftlicher Berater des BF.Quartalsbarometers. Stark negativ wirken sich dagegen weiterhin die geringen Margen sowie die sinkenden Loan-to-Values (LTVs) und Loan-to-Costs (LTCs) aus.  Denn da der Markt von einer starken Objektknappheit geprägt ist. In der Folge müssen die Finanzierer gezwungenermaßen auf Objekte mit geringerer Qualität ausweichen und eventuell Abstriche bei den Lagen machen. Dies schlägt sich auch in den niedrigeren LTVs nieder.“

Die Ergebnisse des Barometers im Detail: Die Bestandsmargen und Loan-to-Values (LTVs) sowie Loan-to-Costs (LTCs) sinken im zweiten Quartal leicht. Die LTVs bei Bestandsimmobilien sinken auf 69,9 Prozent (minus 1,8 Prozentpunkte), LTCs bei Projektentwicklungen sinken leicht auf 72,9 Prozent (minus 0,8 Prozentpunkte). Die durchschnittlichen Margen im Bestand fallen um 5 Basispunkte auf 122 Basispunkte. Die durchschnittlichen Margen bei Projektentwicklungen steigen leicht auf 200 Basispunkte (plus 3 Basispunkte).

Die allgemeine Lage am Finanzierungsmarkt schätzen die befragten Institute marginal positiver ein. Im Vergleich zum vorherigen Quartal hat sich der Anteil der Befragten, die eine progressive Lageeinschätzung haben, von 17,6 Prozent auf 22,6 Prozent verbessert. Des Weiteren wird die Entwicklung des Neugeschäfts positiver beurteilt. Ein ansteigendes Neugeschäft erwarten 27,6 Prozent (plus 2,6 Prozentpunkte). Knapp über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) erwartet nur eine stagnierende Entwicklung und 17 Prozent (minus 1,5 Prozentpunkte) erwarten ein abnehmendes Neukundengeschäft.

Finanzierungen in der Größenordnung zwischen 50 und 100 Millionen Euro verzeichnen mit einem Anteil von 24,1 Prozent (plus 8,5 Prozentpunkte) den größten Zuwachs. Großkredite mit einem Volumen ab 100 Millionen Euro spielen dagegen derzeit keine Rolle (0 Prozent).

Ein Faktor für die Erholung des BF.Quartalsbarometers sind die leicht sinkenden Liquiditätskosten für die Finanzierer. Rund 20,7 Prozent (plus 8,2 Prozentpunkte) der Institute geben an, dass ihre Refinanzierungskosten abnehmen. Demgegenüber stehen aktuell rund 24,1 Prozent (-16,5 Prozentpunkte), die von steigenden Liquiditätskosten ausgehen.

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