Immobilienfonds: Hamburg rückt zu Frankfurt auf

Michael Schneider (links) und Ludger Wibbeke (rechts), Quelle:  Intreal und Hansainvest 

Hamburg ist nach Frankfurt mit großem Abstand der zweitwichtigste Standort für Immobilienfonds (Publikums- und Spezialfonds) in Deutschland. In der Hansestadt werden aktuell Immobilienfonds mit einem Nettovermögen von rund 84 Mrd. Euro verwaltet, was einem Marktanteil von 35,7 Prozent entspricht. Zudem hat die Metropole im Norden eine sehr hohe Wachstumsdynamik: Das von Hamburger Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGs) verwaltete Nettofondsvermögen hat sich in den letzten fünf Jahren von rund 40 auf rund 84 Mrd. Euro verdoppelt. Damit macht die Stadt immer weiter Boden gut auf die Mainmetropole, deren Marktanteil zuletzt geschrumpft ist – von rund 53,5 Prozent im Jahr 2015 auf rund 45,7 Prozent 2020.

Das sind die Kernergebnisse einer Analyse zum Immobilienfondsstandort Hamburg, die von den Service-KVGs Hansainvest und Intreal durchgeführt wurden. Basis sind die Daten des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI).

Ludger Wibbeke, Geschäftsführer der Hansainvest kommentiert: „Hamburg war immer schon einer der wichtigsten Finanzplätze in Deutschland. Dies wurde durch den großen Hafen, der als Deutschlands Tor zur Welt gilt, befördert. Im Bereich Immobilien hat sich die Hansestadt in den letzten Jahren zum zweitwichtigsten Fondsstandort in Deutschland entwickelt. Hamburg verfügt über viele Faktoren, die diese Entwicklung begünstigen: Gut ausgebildetes Personal, eine lange Fondstradition, die letztlich auf die vielen Schiffsfonds und die Schiffsfinanzierung zurückgeht, und die lokale Präsenz eines Unternehmensclusters bestehend aus Fondsanbietern, Banken und Beratungsunternehmen. Die Erhebung zeigt aber auch, wie wichtig die Fondsbranche für die Hamburger Wirtschaft ist. Sie stellt viele hochqualifizierte Arbeitsplätze zur Verfügung.“

Michael Schneider, Geschäftsführer der Intreal, sagt: „Diese Entwicklung wurde auch von den Service-KVGs getrieben, die im Immobilienbereich vor rund zehn Jahren entstanden. Sowohl die Hansainvest als auch die Intreal haben mir ihrem starken Wachstum in diesem Segment zum Erfolg des Fondsstandortes Hamburg in der letzten Dekade beigetragen.“

Weitere Ergebnisse der Untersuchung: Das Fondsgeschäft konzentriert sich in Deutschland im Wesentlichen auf fünf Standorte: Die Regionen Frankfurt am Main, Hamburg, München sowie die rheinischen Regionen Köln und Düsseldorf. Frankfurt am Main mit einem verwalteten Vermögen von 106 Mrd. Euro ist klar die Nummer eins. Nach Hamburg mit seinen rund 84 Mrd. Euro folgt auf dem dritten Platz die Region München mit einem Marktanteil von rund 11 Prozent bzw. 24,8 Mrd. Euro Nettofondsvermögen. Die beiden rheinischen Regionen Köln und Düsseldorf erreichen zusammen rund 18 Mrd. Euro.

Der lokale Immobilienfondsmarkt in Hamburg wird von fünf Anbietern dominiert: Hansainvest Hanseatische Investment GmbH und Hansainvest Real Assets (in der Erhebung zusammengefasst als Hansainvest Gruppe), Intreal, Union Investment und Warburg-HIH Invest. Betrachtet man nur das Segment Spezialfonds – also Fonds für institutionelle Investoren – ist Hamburg mit einem Anteil von 37 Prozent sogar der wichtigste Fondsstandort in Deutschland vor Frankfurt (31,9 Prozent).

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