Leasing boomt und wächst um neun Prozent

Kai Ostermann, Präsident, Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen e.V.
Quelle: BDL/Deutsche Leasing

2019 schreibt die Leasing-Branche wieder Rekorde. Fast jede vierte Ausrüstungsinvestition (24 Prozent) wird über das Instrument Leasing realisiert, rund 16 Prozent aller gesamtwirtschaftlichen Investitionen. Das Neugeschäft erzielt mit 74,4 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert und wächst 2019 inklusive Mietkauf, Mobilien- und Immobilien-Leasing mit 7,5 Prozent deutlich stärker als die deutsche Wirtschaft. „Ein All Time High – noch nie wurde so viel geleast wie in diesem Jahr“, freute sich der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) Kai Ostermann bei der Vorstellung der Zahlen.

Leasing hätte sich wieder als Investitionsmotor der deutschen Wirtschaft erwiesen, so Ostermann. „In unsicheren Zeiten stellen viele Unternehmen ihre Investitionspläne zurück. Wenn überhaupt investiert wird, nutzen sie verstärkt Leasing“, erklärt der BDL-Präsident. Treiber des Leasing-Wachstums sind 2019 vor allem das Fahrzeug- und IT-Leasing. Das Fahrzeug-Leasing, das mit Pkw und Nutzfahrzeugen einen Anteil von 78 Prozent am Leasing-Markt hält, verzeichnet ein Plus von neun Prozent. Zwei von fünf neu zugelassenen Kraftfahrzeugen sind inzwischen geleast. Das Leasing von Büromaschinen, Computern, Servern und IT-Ausstattungen boomt nach einigen Jahren des Rückgangs und der Stagnation mit plus 13 Prozent.

Für 74,4 Milliarden Euro realisieren die Leasing-Gesellschaften in Deutschland Investitionen in Immobilien, Maschinen, Fahrzeuge, IT-Equipment und andere Wirtschaftsgüter, davon 9,1 Milliarden Euro mittels Mietkauf. Mit 63,8 Milliarden Euro (plus neun Prozent) machen Mobilien-Leasing-Investitionen den größten Anteil aus. Die Leasing-Quote bei den Ausrüstungsinvestitionen erhöht sich auf 24 Prozent. Von den außenfinanzierten Investitionen werden rund 54 Prozent aktuell über Leasing realisiert. Leasing ist damit stärker als Kredit und andere Finanzierungsinstrumente zusammen.

Leasing begleitet die Unternehmen auch bei ihren Investitionen in den digitalen Wandel. Die Digitalisierung wirkt als Treiber für nutzungsbasierte Abrechnungen beim Leasing, denn sie ermöglicht neue Finanzierungs- und Servicemodelle durch die Erfassung und den Austausch nutzungsbasierter Daten.

Für 2020 schätzt die Branche ein stabiles Neugeschäft. „Größere Wachstumsraten sind angesichts der konjunkturellen Aussichten und der sich weiter eintrübenden Investitionsstimmung nicht zu erwarten. Investitionen sind jedoch der Schlüssel für Wachstum, Beschäftigung und damit für Wohlstand“, warnt Ostermann. Deutschland benötige daher dringender denn je eine Investitionsoffensive, um die Investitionsbedingungen von Unternehmen zu verbessern und Anreize für mehr Investitionen am Standort zu setzen. Sonst bestünde die Gefahr, dass Deutschland nicht wettbewerbsfähig bleibe. „Wir begrüßen daher die Mittelstandsstrategie von Bundeswirtschaftsminister Altmaier, die eine Reihe sinnvoller Maßnahmen zur Entlastung des Mittelstands enthält. Diese muss jetzt zügig umgesetzt werden“, fordert der BDL- Präsident.

Auch die Leasing-Wirtschaft dürfe nicht durch überbordende Bürokratie und regulatorische Pflichten in ihrer Rolle als Investitionsmotor behindert werden. Ein erhebliches Hindernis ist nach wie vor der starke Regulierungsdruck, der auf der Branche lastet. „Alle wesentlichen Regulierungsinitiativen richten sich zunächst an international tätige Großbanken. Von diesen Großbanken werden die Standards abgeleitet – letztlich auch für die mittelständische Leasing-Branche“, erläutert Ostermann. Leasing-Gesellschaften seien jedoch keine Banken. „Sie sind kleiner, weniger komplex und tragen ein deutlich geringeres Risiko. Daher bedarf es Proportionalität und mehr Differenzierung, möglichst im Rahmen eines eigenen, angemessenen Regimes.“

Rückläufig ist in diesem Jahr das Maschinenleasing. Das Neugeschäft des zweitstärksten Leasing-Segments geht um zwei Prozent zurück und spiegelt damit die Entwicklung im Maschinenbau wider, der unter rückläufigen Auftragseingängen leidet.

 

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