DK-Studie bestätigt hohe Kosten, aber wenig Nutzen von MiFID2

Andreas Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung, Bundesverband deutscher Banken e. V., Berlin

Quelle: Bundesverband deutscher Banken e. V.

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hat eine Studie zu den Auswirkungen der europäischen Wertpapierrichtlinie MiFID II vorgelegt. Im Auftrag der DK hatte Professor Stephan Paul von der Ruhr-Universität Bochum dafür rund 3 000 Kunden und über 150 Banken und Sparkassen in Deutschland befragt. Die Ergebnisse resümiert Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, der in diesem Jahr die Federführung der DK inne hat: „Aus der Vermutung ist nun Gewissheit geworden: Mit der Wertpapierrichtlinie MiFID II ist der europäische Gesetzgeber deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Sie ist ein Ärgernis für die Kunden, ein Alptraum für Kreditinstitute und Berater und erweist dem Anlegerschutz und der Wertpapierkultur in Deutschland einen Bärendienst.“ 

Die Studie zeigt, dass sich Kunden durch die Fülle an Informationen überfordert und verunsichert fühlen. 71  Prozent der Anleger wollen selbst entscheiden, ob sie auf bestimmte Informationen verzichten oder eine nachträgliche Information (zum Beispiel  bei telefonischen Orders) wünschen. 65 Prozent der Kunden fühlen sich von den Sprachaufzeichnungen gestört, 74 Prozent würden lieber darauf verzichten.

 „Einem sehr überschaubaren Mehrwert für die Kunden stehen dabei immense Kosten für die deutschen Banken und Sparkassen gegenüber“, sagte Krautscheid. So hat die Studie ergeben, dass im Schnitt pro Institut rund 3,7 Millionen Euro Kosten angefallen sind, um die europäischen Regulierungsvorgaben von MiFID II/MiFIR sowie der Verordnung zur Einführung von Basisinformationsblättern (PRIIP-VO) zu erfüllen – die künftigen Kosten noch nicht mitgerechnet.“ Hochgerechnet auf die rund 1 600 deutschen Institute hoch, lägen die Gesamtkosten bei bis zu 6 Milliarden Euro.

Die komplette Studie finden Sie hier.

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