Covered Bonds: Emissionsaktivitäten bleiben überschaubar

Quelle: Helaba

Wie die Kapitalmarktanalysten der Helaba heute berichten, lag das Emissionsvolumen für Euro-Benchmark-Covered-Bonds im zweiten Quartal 2021 mit 24,3 Milliarden Euro erneut deutlich unter den Vergleichswerten der Vorjahre. Französische Institute waren dabei mit einem Anteil von 25 Prozent am aktivsten, gefolgt von Deutschland (19 Prozent) und Norwegen (10 Prozent). Auf Halbjahressicht bleibt das bisher im Jahr 2021 verzeichnete Volumen (< 50 Milliarden Euro) damit rund 30 beziehungsweise 50 Prozent hinter 2020 beziehungsweise 2019 zurück.

Nach wie vor sei die relativ geringe Aktivität der starken Nutzung der EZB-Refinanzierungstender (TLTRO III) geschuldet. Nach Verständnis der Helaba-Expertinnen Susanne Knips und Sabrina Miehs haben die Häuser dabei Covered Bonds (mit Emissionsvolumen über 50 Millionen Euro) in Höhe von rund 26 (Q1 2021: 58) Milliarden Euro einbehalten und zu Refinanzierungszwecken bei der EZB eingereicht. Insgesamt beliefen sich die Neuemissionen des ersten Halbjahres somit nur auf etwa 50 Prozent der Fälligkeiten in diesem Zeitraum.

Angesichts anstehender Fälligkeiten von rund 45 Milliarden Euro in der zweiten Jahreshälfte erwarten die Analysten noch Emissionen in Höhe von etwa 20 bis 25 Milliarden Euro. Die Prognose für das Gesamtjahresvolumen liegt unverändert bei rund 70 Milliarden Euro. Das Segment der Green und Social Covered Bonds werde dabei weiter wachsen: Zwar platzierten die Banken laut Helaba in den vergangenen drei Monaten weniger nachhaltige Euro-Benchmark-Papiere als im ersten Quartal, der Anteil des Segments am Gesamtvolumen liege mit 15 Prozent jedoch weiter über dem Vorjahreswert von 9 Prozent.

Lebhafter ging es derweil am Primärmarkt für unbesicherte Bankanleihen zu: Insbesondere Non-preferred-Emissionen zeigten sich im zweiten Quartal laut Helaba mit 22,8 Milliarden Euro sehr robust, während Preferred-Anleihen ein eher mittelmäßiges Quartal erlebten. Unterm Strich summierten sich die Senior-Unsecured-Emissionen im bisherigen Jahresverlauf auf 89 Milliarden Euro und markierten damit dank des sehr starken Auftaktquartals sogar einen Spitzenwert.

Für das Gesamtjahr 2021 erwarten die Expertinnen, dass das Emissionsvolumen von rund 125 Milliarden Euro aus dem Vorjahr spürbar übertroffen werde. Zwar dürften sich die Aktivitäten in den Sommermonaten abschwächen und umfangreiche Kundeneinlagen und die von der EZB bereitgestellte Liquidität als Belastungsfaktoren erweisen. Die ab 2022 geltenden MREL-Anforderungen und zu erwartende negative Rating-Migrationen dürften jedoch weiterhin für lebhafte Non-preferred Emissionen sorgen.

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