PwC-Studie: Seit 2017 haben 170 Fintechs aufgegeben

Quelle: PWC

Seit 2011 haben insgesamt 233 Finanz-Start-ups in Deutschland ihr Geschäft wieder eingestellt – 170 davon seit 2017. Allein von Januar bis Mai 2019 haben 34 Fintechs aufgegeben – so viele wie noch nie zu diesem Zeitpunkt. Das geht aus dem Fintech-Kooperationsradar 2019 von PwC hervor.

Finanz-Start-ups, die ihre Geschäfte einstellen, sind demnach im Schnitt knapp vier Jahre alt – womit die seit nunmehr gut zwei Jahren zu beobachtende Schließungswelle bei Fintechs auch eine Folge der Gründungseuphorie in den Jahren 2015 und 2016 zu sein scheint. Dieser Effekt lässt sich auch aus der geografischen Verteilung der Schließungen ableiten: Die verschwundenen Fintechs hatten ihren Sitz jeweils dort, wo zuletzt besonders viele gegründet wurden – also in der Start-up-Hauptstadt Berlin (74). Dahinter folgen nahezu gleichauf München (25), Hamburg (21) und Frankfurt (20). 48 Prozent der gescheiterten Fintechs wandten sich mit ihren Produkten und Services direkt an den Endverbraucher. Nahezu gleichauf verfolgten 44 Prozent ein B2B-Geschäftsmodell, bei 8 Prozent war keine klare Zuordnung zu einer der beiden Rubriken möglich.

Auch über die Segmentverteilung gibt die Erhebung Aufschluss. So waren allein 70 der gescheiterten Fintechs im Bereich „Finanzierung“ tätig, bei 53 handelte es sich um sogenannte Proptechs (also Finanz-Start-ups mit Bezug zur Immobilienbranche), es folgen Payment-Firmen (29) und Insurtechs (22). Im Investmentsegment – wozu zum Beispiel sogenannte Robo-Advisor gehören - verzeichnet die Studie 20 Geschäftseinstellungen. Elf verschwundene Fintechs hatten sich auf Dienstleistungen rund um den Bitcoin oder die Blockchain spezialisiert.

Dass die Zahlen 2017 so plötzlich anstiegen, deutet nach Einschätzung von Sascha Demgensky von PwC zum Beispiel darauf hin, dass unter den gescheiterten Firmen viele Me-too-Fintechs seien, „die irgendwann 2013 oder 2014 auf den Zug aufspringen wollten – und dann feststellen mussten, dass es in ihrem Segment schon Wettbewerber gibt, die schlicht früher dran waren. Die Überzahl im B2C-Segment wird damit erklärt, dass viele Fintechs hier die Kundenakquisitionskosten unterschätzt haben.

Die komplette Studie finden Sie in unserem Research-Bereich, klicken Sie hier.

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